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Hinterzarten

Hinterzarten (740-1.206 m) ist einer der bekanntesten Urlaubs- und Wintersportorte im südlichen Hochschwarzwald. Auf ca. 2.600 Einwohner kommen über 3.000 Gästebetten in Hotels, Gasthäusern, Kliniken, Ferienwohnungen, privaten Gästezimmern und der Jugendherberge. Von den 3.337 ha Gemarkungsflächen sind ca. 73 % Wald.

Früher hiess Hinterzarten "Hinter der Strass" und Breitnau im Norden "Vor der Strass". Um die Mitte des 18. Jahrhunderts tauchte dann die heutige Schreibweise "Hinterzarten" auf, vermutlich gab der "Zartenbach" der Kirche und dem sie umschliessenden Ort den heutigen Namen. Die moderne Katholische Kirche im Ortskern steht an der Stelle eines barocken Vorgängerbaus, dessen Langhaus 1962/63 abgerissen wurde, um einem grösseren Bau Platz zu machen.

Noch 1770, als Marie Antoinette mit über 50 Kutschen das Gebiet durchquerte, um mit dem späteren französischen König Ludwig XVI. verheiratet zu werden, war der schmale Weg zwischen Höllsteig und Hinterzarten mit teilweise 20 % Steigung für Pferdewagen nur schwer passierbar. Als Mitte des 19. Jahrhunderts dann die grössere Strasse, in etwa die Trasse der heutigen B 31, gebaut wurde, entwickelte sich Hinterzarten mit seiner reizvollen Lage und der erfrischenden Schwarzwaldluft zu einem gern besuchten Ausflugsort. Mit dem Bau der Höllentalbahn 1887, der Bahnverbindung von Freiburg über Titisee, Neustadt und Löffingen nach Donaueschingen und einem Abzweig an den Schluchsee, intensivierte sich die Entwicklung Hinterzartens zu einem der beliebtesten Ferien- und Ausflugsorte des Südlichen Schwarzwalds.

Der technisch aufwändige Bau der Höllentalbahn beruht auf Plänen des Karlsruher Eisenbahnpioniers Robert Gerwig, der in den Jahren zuvor auch die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Singen, bei Triberg zusätzlich zur Höhengewinnung mit tunnelreichen Schleifen und Kehren versehen, geplant hatte. Bis heute ist die Höllentalbahn, die zwischen Freiburg und Hinterzarten auf wenigen Kilometern mit 9 Tunnels 650 m Höhenunterschied bewältigt, eine der touristisch interessantesten Bahnstrecken Deutschlands.

Hinterzarten hat sich abseits der vielbefahrenen B 31 mit seiner Schwarzwaldarchitektur seinen ländlichen Charakter bewahren können, Hotels und Ferienhäuser prägen das Bild des seit 1964 staatlich anerkannten heilklimatischen Kurorts. Östlich des Ortskerns liegt das Hinterzartener Moor, das grösste Moor im Hochschwarzwald mit seltenen Pflanzen und einem Holzsteg für die Besucher des als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Moores, das sich anstelle eines eiszeitlichen Gletschersees gebildet hat. Im Sommer wird die Hochebene um Hinterzarten zu einem Wanderparadies mit leichten, wahlweise aber auch anspruchsvollen Wanderwegen, bietet eine attraktive Gastronomie und ist mit öffentlichen Verkehrsmittel sehr gut zu erreichen.

Im Winter verwandelt sich Hinterzarten in ein attraktives Wintersportparadies mit 2.000 qm Natureisfläche, einer 380 m langen Rodelbahn und 70 km Langlaufloipen. Bekannt ist die Adlerschanze, die sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Zusammen mit Titisee-Neustadt ist Hinterzarten das Zentrum des deutschen Skispringens. Georg Thoma aus Hinterzarten wurde 1960 im amerikanischen Squaw Valley Olympiasieger in der Nordischen Kombination, sein Neffe Dieter Thoma, aber auch Martin Schmitt und Sven Hannawald sind hier zuhause. Ein Skimuseum zeigt die Entwicklung des Skisports im Schwarzwald und hebt auch die lokalen Skigrössen hervor.

Von Hinterzarten ist der Titisee und die Ravennaschlucht in einer halben Tagestour zu erwandern. Zum Feldberg, dem mit 1.493 m höchsten Berg des Schwarzwaldes, sollte man einen ganzen Tag einplanen. In der romantischen Ravennaschlucht, überquert von einem Viadukt der Höllentalbahn, stürzt die Ravenna von der Hochfläche bei Breitnau 200 m hinab in die Rheinebene und bildet dabei einen schönen Wasserfall. Das Hofgut Sternen am Eingang der Ravennaschlucht lädt zur Rast, ihm ist eine Glasbläserei angeschlossen. Im Umkreis von Hinterzarten sind weiterhin die Jockeleshofmühle aus dem 18. Jahrhundert und eine Klopfsäge, zu der man durch das Löffeltal gelangt, sehenswert.



Weitere Informationen zu Hinterzarten finden Sie unter: http://www.hinterzarten.de

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